Gewächshausgurken – Tipps für Aussaat und Pflege

Gurken lieben eine feuchtwarme und windgeschützte Umgebung und sind somit für die Aufzucht im Gewächshaus ideal. Hinsichtlich Aussaat und Pflege gibt es ein paar Dinge zu beachten. Damit Sie künftig von schmackhaften Gewächshausgurken profitieren können, erhalten Sie hier hilfreiche Tipps rund um das Thema Gurken pflanzen im Gewächshaus.

Gurken im Gewächshaus – die richtige Gurkenart

Salatgurken, auch Schlangengurken genannt, sind typische Gewächshausgurken. Generell gedeihen F1-Hybride Gurkensorten im Gewächshaus besonders gut. Sie bringen weibliche Blüten hervor und sind selbstbefruchtend. Auch die Sorte “Helena” ist die richtige Gurkenart für die Aufzucht unter Glas.

Gewächshausgurken – gute Nachbarn

Nicht jedes Gemüse verträgt sich im Beet. Gurken und Dill sind gute Nachbarn und ergänzen sich optimal. Auch andere Gemüsesorten können mit den Gurken im Gewächshaus eine Mischkultur bilden. Weitere gute Nachbarn sind: Erbsen, Bohnen, Karotten, Sellerie und Zwiebeln.

Gurken im Gewächshaus – Luftfeuchtigkeit und Temperatur

Gurken benötigen eine Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 85 %. Hierfür ist eine regelmäßige und hohe Wasserzufuhr nötig. Auch Wege und Wandflächen sollten mit der Gießkannenbrause oder dem Sprühaufsatz des Wasserschlauches benetzt werden. Mithilfe eines Luftfeuchtemessers (Hygrometer) können Sie die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus stets überprüfen.

Eine ausreichende Frischluftzufuhr ist wichtig. Öffnen Sie regelmäßig morgens und abends Türen und Fenster des Gewächshauses und lassen Sie kühle Frischluft einströmen.

Gurken vertragen keinen Frost und reagieren auf eine Temperatur unter 10° Grad sehr empfindlich. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sind für die Entwicklung optimal. Vor direkter Sonneneinstrahlung sollten die Gurkenpflanzen jedoch geschützt werden.

Gewächshausgurken – Gurken vorziehen

Für den Anbau benötigen Sie Gurkensamen, einen kleinen Blumentopf und nährstoffreiche Erde. Das Töpfchen wird zur Hälfte mit Erde gefüllt. Anschließend zwei bis drei Gurkensamen hineingeben, dünn mit Erde bedecken und diese mit einer Sprühflasche anfeuchten. Bei einer konstanten Temperatur von 20 Grad und einer gleichmäßigen Bodenfeuchtigkeit zeigen sich nach wenigen Tagen erste Keimblätter. Es hat sich bewährt, nur kräftigsten Gurkenpflanzen wachsen zu lassen und die Schwächeren zu entfernen.

Gurken vorziehen – ab wann?

Ab wann Sie Gurken vorziehen können, ist davon abhängig, ob Ihr Gewächshaus beheizt ist oder nicht. In beheizten Gewächshäusern können die Gurken bereits ab März/April ausgesät werden, in unbeheizten hingegen erst im Mai.

Falls Sie Freilandgurken vorziehen möchten, sollte dies Mitte April und frühestens zwei bis drei Wochen vor dem Auspflanzen geschehen. Die Jungpflanzen könnten sonst zu groß werden, bevor sie letztendlich ins Gemüsebeet kommen.

Gurken pflanzen im Gewächshaus

Sobald die Gurkenpflanzen 20 bis 30 Zentimeter hoch sind, können sie an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden. Sie sollten einen Pflanzenabstand von 60 Zentimetern einhalten und lockere, nährstoffreiche Erde verwenden.

Gurken im Gewächshaus düngen

Damit Ihre Pflanzen wachsen und gedeihen, müssen Sie die Gurken im Gewächshaus düngen. Gurken sind chlor-, kalk- und salzempfindlich. Organische Dünger, wie Kompost oder Pferdemist, sind empfehlenswert. Hierfür wird beim Einpflanzen der Gurkenpflanze ein etwas tieferes Loch gegraben, etwas von dem natürlichen Dünger hineingegeben und anschließend die Pflanze eingesetzt.

Auch während der Wachstumsphase und Blütezeit sollten Sie die Gurken im Gewächshaus düngen. Sie können organische Langzeitdünger verwenden und die Gurkenpflanzen zusätzlich einmal wöchentlich mit verdünnter Brennnesseljauche gießen.

Gewächshausgurken – Schädlinge und Krankheiten

An Gewächshausgurken treten gern Schädlinge wie Spinnmilben, Thripsen und Blattläuse auf. Kontrollieren Sie regelmäßig die Blätter und Blattunterseiten. Klebetafeln helfen bei der Kontrolle. Werden Schädlinge rechtzeitig erkannt, können sie mit Nützlingen oder anderen Pflanzenschutzmaßnahmen bekämpft werden.

Typische Krankheiten für Gewächshausgurken sind Echter und Falscher Mehltau, Gurkenwelke, Blattfleckenkrankheit und Grauschimmel. Die hiervon befallenen Gewächshausgurken müssen entfernt werden.

Viele Krankheiten lassen sich vermeiden indem Sie:

– die richtige Gurkenart wählen (widerstandsfähige Sorten bzw. veredelte Gurken)
– Staunässe vermeiden
– einen ausreichenden Pflanzenabstand einhalten
– die nötige Frischluftzufuhr gewährleisten
– die Luftfeuchtigkeit nachts etwas geringer halten

Die regelmäßige Gabe von Pflanzenjauche (Brennnessel, Schachtel- und Ackerhalm) hat sich ebenfalls bewährt. Zusätzlich können die Gewächshausgurken mit Brennnessel- oder Schachtelhalmtee eingesprüht werden.

Ab wann kann man Gurken ins Freiland setzen?

Möchten Sie die Gurken ins Freiland setzen, sollten Sie dies erst dann tun, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Mitte Mai – nach den Eisheiligen – dürfen die Gurken ins Freiland gesetzt werden.

Gurken pflanzen im Gewächshaus – Extratipps

Reichern Sie die Pflanzenerde mit reifem Kompost oder Rindenhumus an, um den Nährstoffgehalt zu erhöhen.

Gießen Sie die Pflanzen vorzugsweise morgens mit lauwarmem Gießwasser. Eine kontinuierliche Wasserversorgung ist besonders wichtig. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das giftige Cucurbitacine produziert wird. Die Gurke wird somit bitter und darf nicht mehr verzehrt werden.

Gurken benötigen eine Rankhilfe, an der sie sich hochschlängeln können. Sie können die Rankhilfe entweder selbst bauen oder fertig kaufen. Für das Gewächshaus sind stabile Schnüre, Seile oder Netze ideal. Sie werden mit der Dachkonstruktion verbunden und spiralförmig um die Haupttriebe der Pflanze gewickelt. Hat die Gurke das Ende der Rankhilfe erreicht, wird die Triebspitze gekappt.

Damit das Pflanzenwachstum angeregt und die Pflanze kräftiger wird, sollten regelmäßig trockene Blätter und Seitentriebe entfernt werden.

Gute Freilandsorten oder veredelte Gurken können auch in unbeheizten Gewächshäusern frühzeitig angebaut werden. Um Kälteschäden durch Frost zu vermeiden, können Sie die Gurken mit Vlies umhüllen.

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